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Goten ArtikelDie Goten waren ein Stamm der Germanen, der zur
Zeitenwende in dem Bereich der Weichselmündung angesiedelt war. In
der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts zog ein Teil nach
Südosten zu dem Schwarzen Meer. Nach ersten
Auseinandersetzungen mit dem
römischen Reich in Südosteuropa in der
ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts, kam es am Ende des
Jahrhunderts zur Spaltung in Ost- und Westgoten (Ostrogoth und Wisigoth). Während der nächsten einhundert Jahre sprach man von den Westgoten
als Terwingen, von den Ostgoten als Greutungen. Die
Ostgoten wurden 375 von den Hunnen unterworfen. Sie
wurden nach deren Niedergang zu römischen Föderierten und
eroberten 488 unter Theoderich
Rom in dem Auftrag von Byzanz.
Nach Theoderichs Tod zerfiel das Ostgotenreich.
Die Westgoten, die noch in dem Jahre 378 das oströmische Heer unter Kaiser Valens in der Schlacht von Adrianopel schlugen, wurden 382 Föderierte und gründeten Anfang
des 5. Jahrhunderts ein Reich in Gallien, das von
den Franken nach Spanien verdrängt wurde. Das
Westgotenreich unterlag 711 den Mauren.
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Buch-Tipp: Asterix: Asterix Geb, Bd.7, Asterix bei den Goten: Bd 7 TOLL! Wie alle Asterixbände ist auch der einfach geil!
Ich frage mich, wie man sich von einem Comic so angegriffen fühlen kann. Hier geht es ca. um Humor, man sollte sich doch auf die Story und die Witze konzentrieren, anstatt welches Volk hier las brutal genannt wird sch. . . . |
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Um Verwirrung vorzubeugen müssen erstmal die Namen der Gotenvölker, die folgend benutzt werden, geklärt werden.
Die Westgoten heißen auch Tervingi-Vesi. Terwingen bedeutet Waldleute; Vesi ist eine prunkende Selbstbezeichnung. Für die Ostgoten stehen auch die Namen Greutungi-Ostrogothi, wobei Greutungen frei übersetzt Steppen oder Strandbewohner heißt; Ostrogothi ist, wie bereits erwähnt, ein mythologischer Name aus der Ahnenreihe der Amaler.
Später wurden die Namen Versi und Ostrogthi von Cassiodor, einem Minister Theoderichs des Großen, in West- und Ostgoten umgedeutet.
Die Trennung der Stämme war von nun an deutlich. Die Gepiden blieben größtenteils in dem Hinterland, nahe der Karpaten - sie sollten von da an eine politisch eher untergeordnete Rolle spielen. Die Westgoten siedelten nördlich der Donau und die Ostgoten breiteten sich an der Mündung des Dnjepr aus - unter anderem auch auf der Krim.
Die Westgoten konstituierten sich in einer von vielen Kleinkönigen beherrschten Oligarchie, während sich das abgedrängte Königshaus der Amaler bei den Ostgoten ihre Macht erhalten konnte.
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Das Gotische ist die
älteste germanische Schriftsprache. Das Gotische gilt als Hauptsprache des Ostgermanischen zu dem dem auch Wandalisch und Burgundisch gezählt wird. Das Gotische ist heute ausgestorben. Bis zu dem 17./18. Jahrhundert existierte noch das Krimgotische.
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Grundlage des religiösen Lebens war die dörfliche
Kultgemeinschaft mit Ahnenverehrung und Opfergaben. Der
vornehmeste der Ahnen war der Stammesgründer Gapt der ohne guten Grund mit Gaut gleichgesetzt wurde. Des weiteren ist praktisch nichts über die vorchristlichen Götter der Goten bekannt.
Die Religion der Goten war heidnisch. An der Spitze der Götter stand Gaut, der von den Amalern als Gründergott verehrt wurde. Bei den Westgoten stand möglicherweise der Kriegsgott Tius an erster Stelle.
Einen gotischen Wodan-Odin hat es nicht gegeben.
Auch wurde die Donau und andere Flüsse als Gottheit verehrt. Der Flussgott empfing Menschenopfer und Eide wurden auf seinen Namen geleistet. Schlachten wurden mit Preisliedern auf die Ahnen und die Götter und dem trinken von Met eröffnet.
Die Priester und Schamanen (auch Priesterinnen) der einzelnen Stämme predigten ihren Gläubigen auch von lokalen Gottheiten. Athanarich, gewählter Sprecher der Gotenkönige, ein erklärter Feind Roms, verfolgte die Christen in dem Namen dieser Gottheiten, denn der christliche Glaube war bereits über die römischen Provinzen den Goten bekannt geworden und hatte auch einige Anhänger.
Da das Christentum sich „von unten nach oben“ verbreitete, sah die terwingische Oberschicht, wie einst auch die römische, eine Bedrohung der religiösen und sozialen Ordnung in den Christen und verfolgte sie in einer Weise, wie es in der germanischen Welt keinen Vergleich gibt.
Sie wurden als Römerfreunde und Leugner der gotischen Überlieferung geächtet.
Jedoch war dies rein politischer Natur. Kein Priester oder Geistlicher beteiligte sich an den Greueltaten und Vertreibungen. In dem Laufe dieser Konflikte, die eine starke innenpolitische Zerüttung zur Folge hatten, verbündete sich der Reiks Fritigern mit Kaiser Valens und stand damit auf Seiten der Christen. Bei innergotischen Kämpfen in dem Jahre 367 zwischen Athanarich und Fritigern konnte sich ersterer durchsetzen. Dies hatte folgenreiche Auswirkungen auf das Verhältnis zu Rom und auch die Christen mussten stark darunter leiden.Wulfila schrieb mit seinen Helfern die erste Germanische Bibel, nach dem er aus dem Gotenreich vertrieben und vom römischen Kaiser Konstantius II in dem Landstreifen der rechten unteren Donau angesiedelt worden war. Er schrieb sie teils mit Hilfe von bereits von lateinischen und griechischen Missionaren übersetzten Stücken ab 350 bis zu dem Jahre seines Todes 383.
Sie war auf purpur gefärbter Kalbshaut mit silberner und goldener Tinte geschrieben und sehr lange Zeit einmalig in der germanischen Welt. Damit wurde das Gotische zur bei weitem ersten germanischen Sprache, die den Rang der Schriftlichkeit erreichte.
Wulfila selbst wurde wahrscheinlich schon bei seiner Geburt getauft, dreisprachig erzogen und erhielt
eine rhetorische Bildung. Um 341 etwa muss er seine Weihe zu dem Bischof der Christen in dem gotischen Land erhalten haben.Über die Christianisierung der Ostgoten ist nicht viel
bekannt. Spätestens die pannonischen Goten unter Theoderich
galten als arianisch.
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Stammeslegende und Sippen | |
Gemäß der von Jordanes überlieferten Stammeslegende aus
dem 6. Jahrhundert stammten die Goten vom sagenhaften
Stammesgründer Gapt auf der Insel Scandza ab. Von
dort seien sie unter König Berig mit drei Schiffen in
Gothiscandza gelandet und hätten sich nach fünf
Generationen unter Filimer auf den Weg Richtung Süden
gemacht. Die Spaltung des Volkes sei passiert, als während
der Überquerung eines großen Flusses die Brücke eingestürzt
sei. Diese Darstellung enthält kaum historische Wahrheiten. Dagegen konnte die Archäologie zeigen dass die Sachkultur zu der die Goten gerechnet werden (Wielbark/Willenberg Kultur) ohne signifikante Zuwanderung östlich der Weichsel entstanden ist.
Es sind vier Königssippen der Goten überliefert: Amaler,
Balthen, Berig- und Geberich-Sippe. Stammvater der Amaler
war Amal, legendärer Urenkel des Gapt, dessen
Urenkel wiederum Ostrogotha, Vater der Ostgoten. Der
erste historische Amaler war Ermanarich, ein weiterer
prominenter Vetreter war Theoderich der Große. Zu den
Balthen, den "Kühnen", zählten Alarich I., Rikimer und
Gesalech. Aus Berig-Sippe sind ca. Berig selber, ein
ansonsten unbekannter Gadarig, sowie Filimer
bekannt. Zur Geberich-Sippe gehörte, neben dem
Namensgeber, möglicherweise auch Cniva. Die politisch
motivierte Überlieferung sieht die Amaler und Balthen als
legitime Herrscher der Ost- bzw. Westgoten.
Buch-Tipp: Botschafter der Schlacht. Warhammer. Sturm des Chaos 1 Der Sturm zieht auf Endlich mal ein erfrischend anderer Held in der Warhammer-Welt.
Der alternde Soldaten-Veteran Velten ist exakt das, was mir in der Warhammer-Roman-Welt gefehlt hat. Ein Typ mit Fehlern, Ecken und Kanten, unbeugsam und einer Prise Humor.
Ich will nicht sagen, das altbekannte Helden, wie Gotrek und Felix gegen ihn an Farbe verlieren,... |
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Das Herrschaftgebiet der Goten war die gútþiuda
unterteilt in Kleinstämme, die kunja. Letzteren standen
die Häuptlinge reiks vor, die im Rat, gafaúrds,
zusammentraten. Bei Gefahr wurde ein Richter, kindins,
bestellt. Richter oder Rat bestellten für militärische
Unternehmungen einen Heerführer, drauhtins. Das Land
wurde beherrscht von der Aristrokatie in Haus gards und
Burg baúrgs in Konkurrenz zu dem genossenschaftlichen Dorf
haims.
Im Laufe der Zeit, besonders mit den Wanderungen, setzten
sich stets stärker die Elemente des germanischen
Heerkönigtums durch: Der König wurde von der Versammlung der
Krieger auf den Schild gehoben. Diese Entwicklung mündete
schließlich in der Konkurrenz von Wahlkönigtum und
Erbmonarchie der spanischen Westgoten.
Theoderich verstand sich hingegen als römischer Bürger und
latinischer König, Flavius rex. Sein Bestreben war es,
die gotische Geschichte zu einem Teil der römischen zu
machen.
Buch-Tipp: Der Abend vor der Schlacht. Stories aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Storys aus dem spanischen Bürgerkrieg . . . . In dem Buch sind vier Storys wiedergegeben, die alle in Spanien in der Zeit des Bürgerkrieges spielen.
1. Die Denunziation
2. Der Schmetterling in dem Tank
3. Der Abend vor der Schlacht
4. Hinter der Front
Die Storys geben einen guten Einblick in die Erzählkunst des Autors. Sie haben alle mittel oder unmittelbar... |
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Buch-Tipp: Der Amerikanische Bürgerkrieg Zugreifen! Der Titel des österreichischen Historikers bietet auf kompaktem Raum eine militärgeschichtlich sehr detaillierte Gesamtdarstellung des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) mit Vorgeschichte, Folgen und Auswirkungen bis in die Gegenwart, wobei ebenso auf wirtschaftliche und soziale Aspekte eingegangen wird. Die Gliederung ist chronologisch... |
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Die ersten Erwähnungen der Goten finden sich bei den antiken
Schreibern Tacitus, Strabon und Ptolemaios. Aus deren
Nachrichten ergibt sich das Bild eines Stammes mit einem,
für germanische Verhältnisse, bemerkenswert starken
Königtum, der zur Zeitenwende nördlich des Weichselknies
im Machtbereich der Markomannen siedelte. Seine Nachbarn
waren die Lugier in dem Süden und Rugier in dem Norden. Die Herkunft
gotischer Tradition aus dem
südskandinavischen Raum gilt
als möglich, wird aber von der modernen Forschung zunehmend zurückgewiesen.
Der Sage nach gelangten zuerst zwei Boote der Goten und einige Zeit später das der Gepiden, ihrem Brudervolk, in dem Norden Polens an.
Die Küste dort heißt noch heute Gothiskandza. Auch gibt es eine Insel in der Weichselmündung, „Geped oios“ genannt, was so viel bedeutet wie Insel der Gepiden.
Ob die Goten jedoch tatsächlich aus Skandinavien stammten, wie damals alle germanischen Völker in ihren Ahnenreihen angaben, ist jedoch fraglich. Es galt als schicklich von dort zu kommen, aus der „Gebärmutter der Völker“, da man damit Stärke und Fruchtbarkeit assoziierte. In Skandinavien gibt es ca. ein paar wenige Hinweise, dass einst Goten dort lebten. Allerdings wäre es nachdem heutigen Wissensstand wahrscheinlicher, wenn sich die Goten bereits auf dem Festland, das heißt in dem Gebiet des heutigen Polen und Südrußland, gebildet hätten.
Fest steht jedenfalls, dass sie kein homogenes Volk waren. Sie setzten sich aus vielen einzelnen Stämmen unterschiedlicher Abstammung zusammen. Unter ihnen gab es in dem frühen Stadium, vor ihrer Wanderung, baltische Gruppen, den Stamm der Aesten, der Gutonen (die möglicherweise aus Skandinavien stammten), der Gauten, Guten, Götar, Gepiden und natürlich die Goten. Die Namen der letzten sechs Stämme haben alle die selbe Bedeutung, was auf einen gemeinsamen Ursprung schließen lässt, und zwar „Ausgießer“. Damit könnte irgendeine Flußmündung gemeint sein, oder aber auch einfach ca. Männer.
Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie ihren Verstorbenen keine Waffen in das Grab legten, was für Germanen untypisch ist. Sie sind demnach Mischvölker aus Germanen und Kelten.
Die erste bezeugte historische Aktivität war eine
Verwicklung in eine gegen den Markomannenkönig Marbod
gerichtete römische Intrige zwischen 16 - 18. Diese
Intrige stand in dem Zusammenhang mit dem Cheruskeraufstand.
Buch-Tipp: Der Muezzin von Rennes-le-Château Meine Empfehlung Der „Muezzin von Rennes-le-Chateau ist, meiner Meinung nach, schon beinahe Pflichtlektüre für jeden, der sich für die rätselhafte Geschichte des Ortes und seines Curé Saunière interessiert. Der Autor räumt tatsächlich mächtig auf, in der kleinen Kirche, aus der in dem Laufe der Zeit schon... |
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Als nach der Mitte des zweiten Jahrhunderts die Zahl des Volkes stets mehr zunahm, fasste König Filimer den Entschluss, mit Heer, Weib und Kind auszuwandern. Daraufhin zogen die Goten entlang der Weichsel flussaufwärts bis ans Schwarze Meer und die Donau. Dabei war die Teilgruppe der Goten, die Amalern, die herausragendste und insgesamt das erfolgreichste Element. Von ihnen stammten viele gotische Könige ab.
Pro Generation wanderten sie ca. etwa 50 bis 60km Richtung Südosten. Auf ihrem Weg verdrängten sie die Markomannen, die in dem böhmischen Raum siedelten, und lösten dadurch die Markomannenstürme aus, mit denen die Römer schwer zu kämpfen hatten.
Sie tauchten dann spätestens 238 an der Nordküste des
Schwarzen Meeres auf. Es begann der so genannte
Gotensturm, er fiel in die Zeit der bis dahin größten
Krise des römischen Imperiums (Soldatenkaiser).
238 überfielen die Goten und Carpen das römische Histros
südlich der Donaumündung. Nach Plünderung der Stadt und
Erpressung von Jahresgeldern zogen sie wieder ab. Als zehn
Jahre später Kaiser Philippus Arabs nach Siegen über die
Carpen die Zahlung der Jahresgelder einstellte, fielen die
Goten unter Kniva 250 mit mehreren Heeresgruppen nach
Dakien, Thrakien, Mösien und Illyrien ein. Der mittlerweile
neue Kaiser Decius wurde in mehreren Schlachten besiegt und
fiel schließlich in der Schlacht von Abrittus 251.
Der nächste Kaiser Trebonianus Gallus gestand den Goten wieder
Jahresgelder zu, wurde jedoch von Aemilianus gestürzt, der
die Zahlung wieder einstellte. Wieder griffen die Goten in
Thrakien und Mösien an, wurden jedoch diesmal geschlagen.
Nach erneutem Kaiserwechsel drangen die Goten 254 bis
Thessaloniki vor. Mittlerweile waren viele Städte im
Dauerkriegsgebiet stark befestigt, das Land litt unter
den starken Verwüstungen.
Die Goten gingen ab 255 zu seegestützten Angriffen,
zunächst in dem Raum des östlichen Schwarzen Meeres über, 256
wurden Pityus und Trapezunt erobert. Ab 257 durchfuhren die
Goten erstmals den Bosporus und nehmen eine ganze Reihe
kleinasiatischer Städte ein. Die zweite Welle begann 268, als
eine große gotisch-erulische Armada unterstützt von
Landstreitkräften gegen Byzanz zog, die Dardanellen
durchquerte und plündernd in die Peloponnes einfiel.
Claudius II. besiegte die Angreifer und nahm als erster
römischer Kaiser den Ehrentitel Gothicus an.
Mit dem Ende der Krise des Imperiums unter Diokletian
beruhigte sich vorerst auch die Lage an der Donau wieder. In
diese Zeit fiel auch die Spaltung der Goten in die
Terwingen-Vesier/Westgoten und Greutungen-Ostrogothen/Ostgoten.
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Das Herrschaftsgebiet der Ostgoten, das Ermanarich, ein großer ostrogothisch-greutungischer Heerkönig beherrschte, vor dem Einfall der Hunnen etwa in der Mitte des vierten Jahrhunderts war beachtlich. Es zog sich von vom Ural bis in das Baltikum. Sein Zentrum lag in der Ukraine und umfasste neben Goten auch Finnen, Eruler, die indogermanischen Alanen, Sarmaten und Aesten, aber auch Slawen, Anten und anscheinend auch schon einige Hunnen.
Der Einfluss der iranisch-türkischen Steppenvölker hatte zur Folge, dass der gepanzerte Lanzenreiter den ostgotische Normalkrieger darstellte - in dem Gegensatz zum terwingischen Infanteristen. Er trug Zweikämpfe zu Pferde aus und konnte ungeheure Entfernungen überwinden. Zu seiner Welt gehörte die Beizjagd, das heißt jagen mit Raubvögeln, der Schamanismus sowie religiöse Praxis.
Im Jahre 375 überschritten die Hunnen den Don und unterwarfen die Alanen. Damit war Ermanarich der Krieg erklärt. Die asiatischen Reiterscharen waren mit ihren damals hochmodernen Reflexbögen und ihrer Guerillataktik den gotischen Kriegern weit überlegen.
Der König selber, so erzählt es Ammianus Marcellinus, wollte das weder erleben noch verantworten. Nach mehreren Niederlagen, Angesichts der Schrecklichkeit der drohenden Gefahren und aus Furcht vor den großen Entscheidungen, setzte er selbst seinem Leben ein Ende.
Sein Volk gab den Kampf aber noch nicht auf und wählte aus der Königssippe einen Nachfolger. Dieser fiel bereits nach einem Jahr und der ostrogothische Widerstand brach zusammen. Der Großteil des Volkes geriet unter die Oberherrschaft der Hunnen, doch gelang es einer starken Gruppe von Ostrogothen und Alanen sich mit dissidenten Hunnen zu verbinden und der Unterwerfung zu entziehen, worauf sie Zuflucht in dem Römerreich suchten. Diese Gruppe war es, die den Westgoten ein Jahr später in der Schlacht gegen die Römer zu dem Sieg verhalf.
Der Großteil der Goten, auch die Gepiden, unterwarf sich den Hunnen und wanderte mit ihren Herren in den Westen. Ca. eine Minderheit blieb auf der Krim zurück, welche sich aber äußerst lange als selbständige Kultur behaupten konnte.
Noch in dem 16. Jahrhundert wurde dort gotisch gesprochen. Der flämische Gesandte Ghislain von Busbecq schrieb anläßlich einer Reise auf die Krim einige Wörter auf, unter anderem „reghen“ für Regen, „stul“ für Stuhl und „handa“ für Hände. Die so genannten „Gotenburgen“, die Städte der Goten, sind direkt in den Stein gehauen. In ihrer Hauptstadt Dori sind alle Straßen und Häuser mitten in den Fels gehauen. Insgesamt 60 Tausend Goten lebten auf der Krim.
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Im Zuge des Niedergangs der Hunnenherrschaft drängten viele
Völker in das Reich, darunter auch die Ostgoten. Sie erhielten
einen Föderatenvertrag und siedelten in Pannonien. Der Sohn
des Ostgotenkönigs Valamir, Theoderich, kam als Geisel an
den Hof in Byzanz (459 - 469). Nach seiner
Entlassung erkämpfte er sich die Herrschaft über die Ostgoten
und wurde 471 deren König.
Im Auftrag des Kaisers Zenon zog Theoderich 488 nach
Italien, um den Eroberer Roms, Odoaker, zu vertreiben und Rom
für das Imperium zurückzuerobern. Die fünfjährige
Rabenschlacht begann. Am 5. März 493 ermordete
Theoderich Odoaker bei Verhandlungen in Ravenna.
Fortan herrschte Theoderich als
princeps Romanus und an Stelle des Kaisers über
Italien.
Nach Ausschaltung der Konkurrenz in dem eigenen Lager war die
Herrschaft Theoderichs gekennzeichnet vom Bestreben um einen
Ausgleich zwischen Goten und Römern,
Arianern und Katholiken und die Konsolidierung der Macht
(Heirats- und Bündnispolitik). Er konnte jedoch nicht die
Etablierung der fränkischen Herrschaft über Gallien
verhindern. 511 machte er sich zu dem König über die von
den Franken besiegten Westgoten. Er starb am 30. August
526, es gibt zahlreiche Legenden über seinen Tod.
Die Zeit danach war chaotisch: Als Vormund des designierten,
aber ca. 10-jährigen Nachfolgers Athalarich, regiert
Amalasuintha. Ihr Vetter Theodahad entmachtete sie 534.
Ostrom griff in den Kampf ein: Der Feldherr Belisar landete
535 in Sizilien und stieß rasch bis nach Rom vor. Die
rebellierenden Goten stürzten Theodahad und erhoben 536
Vitigis zu dem König, der Belisar bis 540 standhalten
konnte. In dem Mai 540 eroberte Belisar Ravenna und nahm
Vitigis gefangen: Die Ostgoten schienen besiegt.
Die Reste des Gotenheeres erhoben Totila 541 zu dem König,
dem es dann völlig überraschend gelang innerhalb kurzer Zeit
größere Teile Italiens zurückzuerobern. Zwischen 543 und
550 tobte in Italien ein Krieg mit wechselndem Glück.
551 wurden die oströmischen Armeen dann von Narses
angeführt, der Totila 552 in der Schlacht in der Ebene von
Busta Gallorum schlug (Tod Totilas).
Mit Teja endete 552 in der Schlacht am Milchberg die
ostgotische Agonie. Die Goten unterwarfen sich Narses. Die
überlebenden Goten wurden teils zu byzantinischen
Untertanen, teils schlossen sie sich den Franken an.
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Gegen Ende des 3. Jahrhunderts begannen die Terwingen, die
den Quellen jener Zeit als westlicher Teil der Goten gelten, das von
den Römern aus strategischen Gründen aufgegebene Dakien
zu besiedeln. Bis kurz vor Beginn der Hunnengefahr blieb
die Situation, bis auf gelegentliche Raubzüge kleiner
terwingischer Scharen, ruhig. Mit der Ära Athanarichs
verschärften sich jedoch ab 365 die
römisch-terwingischen Auseinandersetzungen. Athanarich
wurde 369 vom oströmischen Kaiser Valens
entscheidend geschlagen. Die mittlerweile begonnene
Christianisierung der Terwingen (hervorzuheben ist hier
besonders Wulfila) führte zu Christenverfolgungen und
der Bildung einer Opposition unter dem zu dem Arianismus
übergetretenen Fritigern gegen Athanarich.
Obwohl Fritigern von Valens unterstützt wurde, behielt
Athanarich vorerst die Oberhand. Dies änderte sich jedoch
mit dem Anwachsen der Hunnengefahr, die Athanarich nicht
abwenden konnte. Große Teile der Terwingen flohen 376
unter Fritigern mit Erlaubnis der Römer unter chaotischen
Bedingungen in das Reich. Die logistischen Probleme der Römer
führten stets wieder zur Revolten und militärischen
Konflikten während des Jahres 377. Sie mündeten
schließlich in der Schlacht bei Adrianopel 378, bei der
die Römer vernichtend geschlagen wurden (Tod des Valens).
Unter dem neuen oströmischen Kaiser Theodosius I.
erhielten die Terwingen 382 den ersehnten
Föderatenvertrag. Sie wurden in Thrakien und Mösien
angesiedelt und wurden dort zu dem Staat in dem Staate.
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Kaiser Valens hatte 376 den Goten unter Fritigern erlaubt, die Donau zu überschreiten und sich in Teilen Thrakiens anzusiedeln. Sie wurden jedoch wegen Versagen der dortigen Verwaltung nicht entwaffnet. Es kamen so viele Zehntausende Goten, dass das kleine Land mit seiner viel zu schwachen Armee völlig überfordert war und nicht verhindern konnte, dass mit den Goten etliche andere Stämme auch die Donau passierten. Die Römer verloren den Überblick und Mord und Totschlag, Krieg und Verwüstung waren die Folge. Die Regionalarmee wurde über den Haufen gerannt und römisch Sklaven und bereits romanisierte Goten gingen zu Fritigern über.
Eine Gruppe von Ostgoten, die sich zu dem selben Zeitpunkt ganz in der Nähe befand, nahmen mit den Westgoten Kontakt auf.
Die Römische Reaktion war, dass Kaiser Valens die gesamte östliche Hofarmee von 30-40 Tausend Mann nach Thrakien führte. Sein Neffe Gratian sollte von Norden mit seinen Elitetruppen anrücken, wurde jedoch durch einen plötzlichen Einfall der Alemannen aufgehalten und traf erst 378 in dem Nordwesten des heutigen Bulgarien ein.
Valens entschloss sich, am Morgen des 9.August 378 anzugreifen bevor sein Neffe eintraf.
Er dachte das Gotenheer bestünde aus 10 Tausend Mann, als er jedoch ankam fand er ein vielfach größeres Heer hinter einer gewaltigen Wagenburg verschanzt vor.
Man wollte nochmals verhandeln um eine friedliche Lösung herbeizuführen, doch begannen zwei römische Einheiten wegen Disziplinlosigkeit ohne Befehl den Angriff und zogen den Rest mit hinein.
Die Goten wehrten ab, so dass die Römer gezwungen waren sich neu zu formieren. Das schwierige Manöver gelang und sie griffen erneut in konzentrischen Wellen die Wagenburg an. In diesem Moment kehrten jedoch die Reiter der Ostgoten von ihrer Nahrungssuche zurück und griffen sofort ein, während Fritigern einen Ausfall startete. Die Römer waren in die Zange genommen und wurden nun von zwei Seiten niedergemetzelt. Viele sogar von den eigenen Kameraden in dem Schlachtgetümmel. Der linke Flügel schaffte es jedoch mit weiter vorzudringen um dann unter Kriegsgeschrei und erhobenen Schwertern anzugreifen. In letzter Minute waren auch hier die ostgotischen Reiter zu Stelle, worauf hin die römische Kavallerie und die taktische Armeereserve floh.
Zwei Drittel des römischen Heers, ihr Kaiser und fast alle Generäle und Stabsoffiziere wurden getötet. Die kampfstärksten Teile der römischen Armee waren damit weitgehend vernichtet.
Nach dieser Schlacht änderte sich einiges. Die Westgoten wurden beritten, die Christianisierung gefördert und die römische Politik gegenüber reichsangehörigen Barbaren musste geändert werden, dass heißt, sie wurden von nun an integriert und dementsprechend wurden wirtschaftliche, politische und rechtliche Maßnahmen getroffen.
Möglicherweise aufgrund des stets stärker gewordenen
hunnisches Drucks, drangen ab 391 westgotische Verbände
plündernd nach Süden vor. Als dann 394 die Hunnen in
großem Stil die Donau überschritten, verlassen die Goten ihre
Wohnsitze und ziehen unter Alarich plündernd über den Balkan
bis nach Byzanz und die Peloponnes. Nachdem sie von dem
römischen Feldherrn Stilicho geschlagen wurden erhalten sie
397 einen neuen Föderatenvertrag und werden in
Makedonien angesiedelt.
Dort blieben sie aber ca. vier Jahre, 401 gingen sie
erneut auf Wanderschaft und zogen kreuz und quer durch das
Ostreich und Italien, um sich schließlich 408 vor
Rom festzusetzen. Am 24. August 410 nahmen die
Westgoten Rom ein und plündern es drei Tage lang
(Was bleibt heil, wenn Rom fällt?). Wegen der prekären
Versorgungslage versuchte Alarich vergeblich nach Nordafrika
zu gelangen, auf dem Rückzug nach Norditalien starb er. Sein
Nachfolger Athaulf führte die Westgoten nach Gallien.
Nach weiteren militärischen Konflikten (Vorstöße nach
Spanien, ein weiterer Versuch nach Nordafrika vorzustoßen),
erhielten die Goten 418 wieder einmal einen
Föderatenvertrag und wurden in Aquitanien angesiedelt:
Das Tolosanische Reich in Toulouse (Tolosa) der
Westgoten entsteht.
Die nächsten Jahrzehnte beschäftigten sich Westgoten und
Römer mit beständigem Kräftemessen, Auseinandersetzungen mit
diversen anderen Germanenstämmen und schließlich mit der
immer massiver werdenden Hunnengefahr. 451 kam es dann
zur legendären Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Dort
standen sich auf der einen Seite Hunnen, Gepiden,
verschiedene andere Germanenstämme, sowie Ostgoten, auf der
anderen Seite Römer, Gallier, ebenfalls diverse
Germanenstämme und Westgoten gegenüber. Die Schlacht endete
zwar unentschieden, aber der Nimbus der Unbesiegbarkeit
Attilas ist dahin. Der Legende nach starb der damalige
König der Westgoten Theoderid durch einen Speerwurf des
Ostgoten Andagis.
In der Folgezeit konsoldierte sich das Westgotenreich
zunehmend, besonders unter Eurich. Spanien geriet zunehmend
in den Fokus gotischer Aktivitäten. Mit dem Untergang des
Weströmischen Reiches in dem Jahre 476 wurde das
Tolosanische Reich eigenständig und
reichte in der Zeit seiner größten Ausdehnung bis nach
Spanien und Mittelfrankreich (an der Loire).
Gegen die vordringenden Franken unter Chlodwig I.
verloren die Westgoten unter Alarich II.,
insbesondere durch die Niederlage bei der Schlacht von Vouillé (507),
weitgehend ihre französischen Länder und waren danach auf die
Iberische Halbinsel und einen schmalen, aber wertvollen Streifen an
der französischen Mittelmeerküste (Septimanien) eingeschränkt. 511
gerieten sie nominell unter ostgotische Herrschaft:
Theoderich, die westgotische Anarchie ausnutzend,
erklärte sich zu ihrem König. Nach dessen Tod 526 wurden
sie endgültig von den Franken auf die Halbinsel
zurückgedrängt.
König Leowigild gelang es die iberische Halbinsel völlig unter
westgotische Kontrolle zu bringen, er besiegte die
Sueben in dem Nordwesten und die Oströmer die unter Narses zwischenzeitlich den Süden erobert hatten.
Die folgenden Jahrhunderte waren wesentlich geprägt von
Auseinandersetzungen um die Thronfolge. Aus dem alten
germanischen Heerkönigtum hatte sich ein Wahlkönigtum
entwickelt, es konkurrierten mächtige Adlige und Militärs um
die Krone. Das jeweilige Königshaus versuchte dagegen eine
Erbmonarchie durchzusetzen. Ein weiterer Machtfaktor war die
katholische Kirche. Auf dem 3. Konzil von Toledo 589
wurde der Katholizismus Reichsreligion, womit der
Arianismus endgültig verdrängt wurde. Dadurch wurde die bis dato verbotene Vermischung der bisher arianischen Westgoten (nur etwa 2-3 Prozent der Gesamtbevölkerung Spaniens) mit den übrigen Bevölkerungsgruppen möglich. Als Folge schwand der Gebrauch der gotischen Sprache schnell zugunsten einer frühspanischen Umgangssprache. Zu dem Zeitpunkt der arabischen Invasion 711 wird mit Ausnahme der höchsten Adelskreise niemand mehr die gotische Sprache benutzt haben.
710 wurde Roderich (Rodrigo) zu dem König gewählt, seine
Konkurrenten ließen sich mit den islamischen Mauren ein, die in einem Sturmlauf sondergleichen ganz Nordafrika an sich gerissen hatten. Die Araber überquerten mit einem Expeditionscorps von ungefähr 8 Tausend Mann bei der Meerenge von Gibraltar (von arab. "Dschebel al-Tarik" -Berg des Tarik- nachdem arabischen Heerführer) das Mittelmeer. König Roderich (Rodrigo) eilte mit nahezu dem gesamten gotischen Heerbann aus Asturien, wo er die renitenten Basken bekämpfte, zu dem Schauplatz.
In der Schlacht am Rio Guadalete in der Nähe des heutigen Jerez de la Frontera unterlag er den Invasoren. Der König fiel in einem der Schlacht folgenden kleineren Gefechte. Die westgotische Hauptstadt Toletum (heute Toledo) fiel kampflos. Sevilla und einige große Städte konnten sich noch fast zwei Jahre gegen die in der Folge in großer Zahl in das Land strömenden Araber halten.
Von Asturien aus begann unter dem Gotengrafen Pelagius (Don Pelayo) die sogenannte Reconquista (Sieg Pelayos über eine arabische Streitmacht bei Covadonga in dem Jahr 722).
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Frankreich ist ebenso verschieden von Spanien wie die Franken von den Westgoten. - José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens)
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Die Westgoten in Asturien wurden zu dem Teil der spanischen
Geschichte, der spanische König trägt noch heute den Titel
"Prinz von Asturien".
Das berühmteste Artefakt der Goten ist sicher
der Codex Argenteus , die Silberbibel, geschrieben mit Silber- und
Goldtinte auf Pergamentseiten, die mit dem Rot der
Purpurschnecke gefärbt wurden: ein unendlich wertvolles
Manuskript. Es liegt heute in Uppsala.
Der Gotenschatz in Bukarest, 1837 von einem Bauern
gefunden, gehört zu den Dingen, welche die Terwingen auf der
Flucht vor den Hunnen zurückließen. In dem Schatz enthalten sind
auch die berühmten Adlerfibeln. Der Adler war seit der Zeit
am Schwarzen Meer das gotische Symbol schlechthin.
Das Mausoleum Theoderichs in Ravenna ähnelt ein wenig dem
Grabmal Konstantins. Theoderichs Gebeine sind jedoch
verschollen.
Hinweis: Die Gotik ist eine Epoche der Kunstgeschichte und
hat mit den Goten selber nichts zu tun.
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